Bei der Mikrofonierung einer Akustikgitarre entscheidet die Position des Mikrofons stärker über den Klang als das Mikrofonmodell selbst. Ein günstiges Mikro an der richtigen Stelle schlägt fast immer ein teures Mikro an der falschen.
Nahmikrofonierung: der pragmatische Standard
Als Startpunkt bewährt sich ein Mikrofon etwa 15–20 cm vom 12. Bund entfernt, leicht auf den Übergang zwischen Griffbrett und Korpus gerichtet. Das liefert einen ausgewogenen Klang aus Anschlag (Saiten) und Korpusresonanz, ohne dass eine der beiden Komponenten dominiert.
Warum nicht direkt vors Schallloch?
Direkt vor dem Schallloch entsteht ein deutlich bassiger, oft „wummernder“ Klang, weil dort die tiefsten Frequenzen der Korpusresonanz am stärksten austreten — in einem Bandkontext meist unbrauchbar, weil es mit Bass und Kickdrum um denselben Frequenzbereich konkurriert.
Raummikrofonierung: mehr Atmosphäre, mehr Störgeräusche
Ein zusätzliches Mikrofon weiter weg (1–2 m) fängt den natürlichen Raumklang ein und klingt oft angenehmer im Zusammenspiel mit der Nahmikrofonierung — bringt aber auch mehr Raumgeräusche und Nebengeräusche mit ein. Für eine einfache Demo-Aufnahme zu Hause reicht in der Regel ein einzelnes Nahmikrofon völlig aus.