Wissen / Aufnahmetechnik

Pegel-Kette: Bodentreter → Interface → DAW

Eine typische Aufnahme-Kette für E-Gitarre mit einem Modeler-Pedal (z. B. IK Multimedia ToneX) läuft über drei Stationen, bevor das Signal in der DAW landet. Die Grundlagen dazu stehen im Artikel „Pegeln in der DAW“ — hier geht's konkret darum, an welcher der drei Stationen was eingestellt wird.

Station 1: das Modeler-Pedal

Zwei Regler, zwei verschiedene Aufgaben: Der interne Gain/Drive-Regler des Amp-Modells ist eine Klangentscheidung — wie hart der virtuelle Amp angefahren wird, stellst du nach Gehör ein. Der Output/Master-Level des Pedals dagegen ist die Pegel-Frage: so einstellen, dass beim lautesten Spielen ein kräftiges, aber nicht übersteuertes Signal rauskommt (meist zeigt eine eigene LED am Gerät Clipping an).

Station 2: der Interface-/Mixer-Kanal — die entscheidende Stelle

Hier passiert das eigentliche Pegeln, nicht in der DAW. Zwei Dinge prüfen:

  • Eingangsart: Ein Modeler-Pedal liefert ein Line-Signal — den Kanal also auf Line stellen, nicht Mic (kein Phantomstrom nötig) und in der Regel auch nicht Hi-Z/Instrument (das ist für die Gitarre direkt gedacht, nicht für ein bereits verarbeitetes Pedal-Signal).
  • Gain/Trim-Regler (nicht der Fader!): beim lautesten Spielmoment einpegeln, bis die Anzeige bei etwa −12 bis −6 dB liegt.

Bei manchen Mischpulten wird das Signal für den USB-Ausgang zur DAW vor dem Fader abgegriffen — dann verändert der Fader nur die Kopfhörer-/Monitor-Lautstärke, nicht was in der DAW ankommt. Im Zweifel im Handbuch deines Geräts nach „USB Pre/Post Fader“ suchen.

Station 3: die DAW-Spur

Hier wird nichts mehr gepegelt. Die Spur zeichnet exakt das auf, was am Eingang ankommt — unabhängig davon, wo der Spurfader steht. Fader beim Aufnehmen auf 0 dB lassen; er ist reines Werkzeug für den Mix danach oder die Kopfhörer-Lautstärke beim Tracking.