Wissen / Aufnahmetechnik

Pegeln in der DAW: Wo und wie?

Pegeln heißt: die Lautstärke eines Signals so einstellen, dass beim Aufnehmen weder Rauschen (zu leise) noch digitales Clipping (zu laut) entsteht. Der häufigste Denkfehler: zu glauben, das ließe sich später in der DAW korrigieren. Kann es nicht — der entscheidende Moment ist der, in dem das Signal digitalisiert wird.

Warum die Reihenfolge zählt

Ein zu leise aufgenommenes Signal lässt sich zwar nachträglich lauter machen — aber das Rauschen, das mit aufgenommen wurde, wird dabei genauso lauter. Ein zu lautes Signal ist noch schlimmer: Digitales Clipping schneidet die Signalspitzen hart ab und klingt verzerrt — das lässt sich nachträglich nicht reparieren, anders als bei analogem Tape, das sanft in die Sättigung geht.

Der Zielbereich

Beim lautesten Moment, den du aufnehmen willst, sollte die Pegelanzeige an der Signalquelle (Audio-Interface, Mixer) auf etwa −12 bis −6 dB ausschlagen — deutlich unter 0 dB (Clipping), aber mit genug Ausschlag, dass kaum Rauschen im Verhältnis zum Nutzsignal übrig bleibt. Dieser Sicherheitsabstand heißt Headroom.

Wo wird tatsächlich gepegelt?

An der Quelle — dem Gain- oder Trim-Regler deines Audio-Interfaces oder Mixers. Der Lautstärke-Fader deiner Spur in der DAW verändert diese Aufnahme nicht: Er bestimmt nur, wie laut du das bereits aufgenommene Signal beim Abspielen/Mischen hörst, nicht was tatsächlich in der Audiodatei landet. Faustregel: Spurfader beim Aufnehmen auf 0 dB (Unity-Gain) lassen und die eigentliche Pegelarbeit am Interface erledigen.